Die Glutensensitivität ist in aller Munde und es kursieren viele verschiedene Informationen zu diesem Thema. Das macht die verlässliche Recherche von Informationen für Betroffene schwierig und langwierig. Wir wollen einen differenzierten Überblick über das Thema, Ursachen, Symptomen, Behandlung und den aktuellen Stand der Forschung geben.

Glutensensitivität hat viele Namen

Bei der Auseinandersetzung mit der Krankheit ist die erste Hürde bereits die Begrifflichkeit: Lt. der Deutschen Zöliakie Gesellschaft wurde das Krankheitsbild der Weizensensitivität bereits in den 80ern erstmalig beschrieben. Trotzdem mangelt es selbst 30 Jahre später an klaren Definitionen und Begrifflichkeiten. Die Krankheit kommt unter den verschiedensten Bezeichnungen vor und alle meinen in etwa das gleiche: Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität (NZWS), Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität. Auf Englisch gibt es die Bezeichnung Non celiac gluten sensitivity (NCGS). Zur Vereinfachung bleiben wir zunächst bei der Bezeichnung Glutensensitivität. Neuere Studien legen zwar nahe, dass Gluten nicht die (alleinige) Ursache für die Symptome ist, aber nur so können wir Verwirrung vermeiden. Es kann also sein, dass wir uns mit dem Voranschreiten der Forschung an einen neuen Begriff gewöhnen dürfen. Wenn es soweit ist, werden wir in der Kategorie Forschung selbstverständlich darüber berichten und die entsprechenden Beiträge aktualisieren.



Glutensensitivität schwer zu diagnostizieren

Die Sensitivität gegen Gluten ist eine Überempfindlichkeit gegen Gluten oder andere Getreidebestandteile. Sie ist in ihren Symptomen sehr ähnlich zur Zöliakie, richtet allerdings weniger langfristige Schäden im Körper an. Auch wenn sie schwerer zu diagnostizieren ist, ist sie aus diesem Grund als eigenes Krankheitsbild anerkannt. Bei der Zöliakie lassen sich über Bluttest und Dünndarmbiopsie Schädigungen der Dünndarmschleimhaut nachweisen, die Weizenallergie über klassische Allergietests – bei der Glutensensitivität geht das nicht. Auf Grund der weiterhin fehlenden einheitlichen Definitionen gibt es derzeit auch kein anerkanntes Diagnoseverfahren zur Erkennung der Glutensensitivität. Die derzeit einzig „verlässliche“ Möglichkeit, ist die Differenzialdiagnose: Dabei werden zunächst die Weizenallergie und die Zöliakie systematisch ausgeschlossen, so dass nur noch die Glutensensitivität übrig bleibt.

Hier geht es weiter zu Teil 2 (Formen, Ursachen und Symptome).

 

Wichtiger Hinweis für Beiträge zu gesundheitsbezogenen Themen:

Die hier zur Verfügung gestellten Themen dienen lediglich der Information. Sie sind nicht als (alleinige) Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen zu verwenden. Bei gesundheitlichen Beschwerden und Fragen zu deiner individuellen gesundheitlichen Situation oder zu akuten oder chronischen Beschwerden, zu Ihrer Medikation und Ihren Medikamenten, konsultiere bitte immer deinen Arzt oder Apotheker. Die Beiträge werden sorgfältig kontrolliert, es ist jedoch nicht auszuschließen, dass unabsichtlich falsche Informationen oder Eigenmeinungen in den Artikeln enthalten sind. Hier wird aus individueller Erfahrung berichtet – diese Erfahrungen müssen und können nicht für jeden Einzelfall übertragbar sein.




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