Die Überempfindlichkeit gegen Weizeneinweisse nennt man Weizenallergie. Bei ihr reichen in der Regel bereits winzige Mengen weizenhaltiger Lebensmittel um Symptome auszulösen. Die Symptome können auch durch weizenähnliche Getreide (z.B. Dinkel) ausgelöst werden.

Eine Weizenallergie entwickelt sich häufig bereits sehr früh, oftmals sogar im Säuglingsalter. Wie viele andere Allergien kann sie sich im Laufe des Lebens verstärken oder auch abklingen. Erwirbt man eine Weizenallergie im Erwachsenenalter, bleibt sie häufig ein Leben lang bestehen.



Überreaktion des Immunsystems

Wie alle Allergien stellt eine Weizenallergie eine Fehlreaktion des Immunsystems dar. Bei Kontakt mit den Eiweissbestandteilen des Weizen beginnt das Immunsystem Abwehrstoffe (z.B. Immunglobulin E, IgE, und T-Lymphozyten), zu bilden, die den Weizen bekämpfen.

Die allergische Reaktion beginnt, wenn unser Körper Getreideprodukte im Dünndarm verdaut. Dann werden die sogenannten Allergene freigesetzt, die der Körper fälschlicherweise als Gefahr erkennt. Sie befinden sich in unter der Schale des Korns und sind hitzeresistent, d.h. man kann sie durch Kochen oder Backen nicht unschädlich machen.

Die Abwehrreaktion des Körpers löst Entzündungen im Körper aus, die wiederum für die allergischen Symptome verantwortlich sind.

Weizenallergie ist ernstzunehmen

Bei der Weizenallergie handelt es sich um eine echte Allergie, die klar von der Zöliakie und der Glutensensitivität abzugrenzen ist. Diese Unterscheidung ist extrem wichtig, da die gesundheitlichen Auswirkungen der drei Krankheitsbilder unterschiedlich gefährlich sind. Ebenfalls unterscheiden sich die Behandlungsmöglichkeiten.

Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung die häufig ähnliche Symptome aufweist, jedoch eine sog. Unverträglichkeit gegen Gluten darstellt. Bei der Weizenallergie sind Antikörper im Blut nachweisbar, bei der Zöliakie nicht. Im Gegensatz zu Weizenallergikern müssen Zöliakie-Erkrankte alle glutenhaltigen Getreide meiden, also z.B. auch Roggen, Dinkel, Gerste, ….



Die Glutensensitivität ist nach heutigen Stand weder eine Allergie, noch eine Autoimmunerkrankung, trotzdem ruft sie ähnliche Symptome hervor wie die Zöliakie. Bei der Glutensensitivität stehen derzeit drei Auslöser zur Diskussion: Das im Getreide enthaltene Gluten (daher der Name Glutensensitivität), eine Gruppe von Eiweissen, die als Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI) bezeichnet werden, und die sog. FODMAPS (nicht resorbierbare „Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und (and) Polyole“.

Hier geht es weiter zu Teil 2 (Formen, Ursachen und Symptome).

 

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